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Ein Gespräch mit Gaëlly KELE-MFOUNOU, Diätfachkraft bei ES-KO Congo Draußen auf abgelegenen Ölplattformen, fern von Zuhause und den Menschen, die sie lieben, ist eine Mahlzeit nie nur eine Mahlzeit. Sie ist ein Moment des Trostes, eine Erinnerung daran, dass sich jemand kümmert. Seit zehn Jahren fährt Gaëlly KELE-MFOUNOU über das Wasser zu diesen Crews – und macht aus dem, was auf ihren Tellern liegt, gelebte Gesundheitsvorsorge, die den Bewohnern zeigt, dass jemand auf sie achtet.
Könnten Sie uns ein wenig über sich und Ihre Rolle bei ES-KO erzählen?
Mein Hintergrund ist Diätetik und Lebensmitteltechnik. Aber wie ich es sehe, geht es in meiner Arbeit vor allem um Menschen. Sie beginnt bei den Gästen – jenen, die auf unseren Ölfeldern leben und arbeiten – und erreicht über sie das Unternehmen. Was wir mitbringen, ist eine Verbindung, die dort draußen leicht aus dem Blick gerät: die zwischen dem, was man isst, und dem, wie man sich fühlt. In der Praxis heißt das: mit den Bewohnern über Ernährung sprechen, die Köche darin schulen, wie sie eine Mahlzeit zubereiten und ausbalancieren, und mit den Campbosses Menüs entwickeln, bei denen Proteine, Gemüse und Kohlenhydrate stimmen. Jeden Monat wählen wir ein Thema – Zucker und Salz im Zaum halten, Speisen so zubereiten, dass sie wirklich guttun – und bauen alles darum herum auf.
Sie besuchen also alle Onshore- und Offshore-Standorte mehrmals im Jahr?
Genau. An manchen Standorten steht es sogar im Vertrag: zweimal im Monat. Ich komme zu Monatsbeginn, um die Teams zu einem Ernährungsthema zu schulen, und kehre zum Monatsende zurück, um zu sehen, ob es sich gehalten hat. Danach übergebe ich dem Kunden eine Auswertung aus dem Verbrauch des Monats, die zeigt, wohin sich der Standort entwickelt: Zucker, Salz, Obst und Gemüse, Milchprodukte.
Viele der Gäste leben auf isolierten Plattformen. Wie prägt Ernährung ihr Wohlbefinden?
Am Anfang hatte Ernährung in den Mahlzeiten der Öl- & Gasbranche keinen Platz, und ehrlich gesagt sahen die Menschen keinen Grund dafür. Wenn man von allem abgeschnitten ist, bleibt nur die Arbeit, und Essen wird zum Trost, zu einer Möglichkeit, die Distanz zu füllen. Doch im Laufe der Jahre bemerkten die Kunden etwas Besorgniserregendes: chronische Erkrankungen, die sich über ihre Standorte ausbreiteten. Menschen wurden evakuiert – nicht wegen Unfällen, sondern wegen Dingen, die es niemals so weit hätten kommen dürfen. Diabetes. Bluthochdruck. Fettleibigkeit. Da wurde es unmöglich, das zu ignorieren. Gut zu essen heißt nicht, so viel zu nehmen, wie man möchte; es heißt zu wissen, was der Körper braucht – und wie. Das Schönste daran ist, dass so viele Bewohner die neuen gesunden Gewohnheiten heute mit nach Hause zu ihren eigenen Familien nehmen.
Was sind beim Essen die häufigsten Fehler?
Das Erste ist eigentlich kein Fehler – die Menschen bringen einfach ihre Kultur mit, und darin liegt etwas Schönes. Wer aus einem asiatischen Umfeld kommt, probiert von allem ein wenig und mischt Süßes und Salziges, ohne groß darüber nachzudenken. An einem multikulturellen Standort, an dem Rumänen, Polen, Franzosen und Amerikaner zusammenkommen, prägt jeder seinen Teller so, wie er aufgewachsen ist. Der Italiener, der seine Lasagne vorfindet, wird sagen, er habe „sehr gut gegessen“ – nicht, weil es ausgewogen war, sondern weil es für einen Moment nach Zuhause geschmeckt hat. Dann kommen die Irrtümer: dass Tomatensauce als Gemüse zählt oder dass Reis dick macht. Hinter jedem einzelnen davon säen wir ein wenig Bewusstsein – und statt eine Person zu erreichen, wandert die Botschaft zu vielen weiteren.
Wir alle kennen die Vorteile von Bewegung – aber wie bringt man Menschen an Offshore-Standorten dazu?
Bei unseren größten Kunden gibt es auf den Ölplattformen inzwischen Lounges und richtige, gut ausgestattete Fitnessräume. Und dennoch bleiben sie fast leer. Deshalb spreche ich nie über Ernährung allein – ich verbinde sie immer mit Bewegung. Gut zu essen genügt für sich nicht; man muss sich auch bewegen. Und ins Fitnessstudio zu gehen, ohne zu wissen, wie man sich ernährt, führt ebenso nicht zum Ziel. Ich möchte, dass dies in Fleisch und Blut übergeht, dass beides untrennbar zusammengehört – und alle können die Sportgeräte nutzen, denn sie stehen direkt dort und sind kostenlos.
Werden Gewicht und Bewegung nachverfolgt, oder geht es vor allem um Beratung?
Wir zwingen niemandem einen Rhythmus auf, aber wir folgen einem klaren Kalender. Im Juli und August etwa stürzen wir uns gemeinsam mit allen Standortleitungen in das Thema Fitness. Am 16. Juli habe ich an einem Standort 65 Personen zusammengebracht. Wir haben eine Aufklärungssitzung abgehalten, und ich habe „Sportbotschafter“ benannt, deren Aufgabe es ist, die anderen zum Gang ins Fitnessstudio zu motivieren. Ende August komme ich zurück und schaue, ob der Funke übergesprungen ist. Wenn ein Standort sich der Idee öffnet, verbreitet sie sich wunderbar; manche Kunden kommen sogar mit eigenen Themen zu mir.
Gibt es auch andere Formate – Thementage zur Ernährung, Aktionen, Wettbewerbe?
Ja. Nach jeder Wellness-Kampagne lassen wir Poster im ganzen Speisesaal hängen, damit die Botschaft nachwirkt, und alle zwei Monate bringen wir ein neues Thema ein. Die eigentliche Stärke liegt darin, dass es geteilt wird: Wenn wir ein Ernährungsthema aufgreifen, spricht jeder Standort dieselbe Sprache und trägt dieselbe Botschaft. Und ich streue kleine Spiele ein – Lebensmittel erraten, ein Quiz beantworten –, damit es sich nie wie ein Vortrag anfühlt.
Nach zehn Jahren bei ES-KO: Auf welche Erfolge sind Sie am stolzesten?
Es gibt eine Kampagne, die mir immer besonders am Herzen liegen wird. Eine Ausstellung, die genau zeigte, wie viel Zucker in jedem Getränk steckt: echte Dosen auf einer Tafel montiert, daneben der Zucker abgemessen. Die Wirkung ging über alles hinaus, was ich mir vorgestellt hatte. An manchen Standorten sank der Verbrauch von zehn Paletten Dosen pro Tag auf zweieinhalb. Die Leute blieben vor der Ausstellung stehen, sahen wirklich, was sie da getrunken hatten, und baten darum, die Tafeln dauerhaft hängen zu lassen. Der andere Moment, den ich in Ehren halte, ist eine öffentliche Veranstaltung mitten in der Stadt, ganz zum Thema Fettleibigkeit, bei der sich jeder Gewicht und Größe messen lassen konnte. Mehr als 500 Menschen kamen an einem einzigen Tag an den ES-KO-Stand.
Sie beteiligen sich auch am Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz?
Ja, jedes Jahr. Ganz zu Beginn, 2017, gab mir mein QHSE-Manager im Kongo einen Raum und völlige Freiheit – und dieses Vertrauen wollte ich unbedingt rechtfertigen. 2026 haben wir, mit Unterstützung des Marketings bei Postern und Präsentationen, unsere eigenen Teams vor Ort in den Vordergrund gestellt. Sie erklären die alltäglichen Gefahren besser als alle anderen und erinnern die Bewohner daran, dass dieselben Risiken auch zu Hause warten. Einfach bleiben, echt bleiben – darum geht es im Kern. Mehr als 300 Menschen sind gekommen.
Führen Sie gezielte Kampagnen gegen Lebensmittelverschwendung?
Ja. Jeder Standort trennt seinen Abfall bereits, aber am stärksten setzen wir auf Bewusstsein – denn Essen ist zu einem großen Teil Emotion. Ein guter Tag, und man möchte gut essen; ein schwerer, und der Appetit verschwindet. In beiden Fällen nimmt man zu viel und wirft am Ende etwas weg. Deshalb hängen wir Poster direkt neben die Abfallbehälter, eine stille Erinnerung daran, dass vielen Menschen genau das fehlt, was wir dort hineinkratzen. Ich habe einmal vorgeschlagen – inspiriert von den Restos du Cœur, der französischen Tafel-Organisation –, aus diesen eingesparten Portionen Mahlzeiten für bedürftige Familien zu machen. Heute beginnen die Aufklärungskampagnen an der Ausgabe, bei den Servicekräften: die richtige Menge auf dem Teller – und der Gast darf sich jederzeit gerne noch etwas nachnehmen.
Sind jederzeit Ärzte auf den Plattformen präsent?
Ja – immer, in 28-Tage-Rotationen. Ihre Tür steht für alles offen: einen Notfall, eine Verletzung oder einfach das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Sie sind es auch, die unsere Container bei der Ankunft prüfen und die Küchen und Lagerräume kontrollieren. Sie sind überall und sind zu einer echten Brücke zwischen uns und den Bewohnern geworden, die wir verpflegen.
Welche Themen greifen die Seminare im weiteren Jahresverlauf auf?
Ich bleibe meinem Feld treu – Ernährung und Wohlbefinden. Im September und Oktober widmen wir uns dem Herzen, und besonders dem Bluthochdruck: regelmäßige Blutdruckmessungen mit den Ärzten, Flyer und ehrliche Gespräche über das Salz, das in alltäglichen Lebensmitteln steckt. Im November und Dezember knüpfen wir an den Weltdiabetestag an und schauen genau auf Zucker in all seinen Verkleidungen. Zwei große Themen zum Jahresausklang – und wie immer gehen wir sie aus der Perspektive von Ernährung und Lebensstil an.

